06.04.2020: Corona-Update

Grüne Route

Die wechselvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts zusammen mit jungen Menschen aus ganz Europa zu entdecken und darüber zu lernen hört sich für Euch nach einem tollen Erlebnis an? Geschichte und Geschichten an Erinnerungs- und Gedenkorten erleben und im Austausch mit jungen Europäerinnen und Europäern zu reflektieren macht Euch Spaß? Dann meldet Euch für eine der beiden Routen an.

 

BERLINDie Grüne Route beginnt mit einem Vorbereitungsworkshop in Berlin. Danach geht es von dort aus weiter nach Weimar.WEIMARAnfang und Ende der Weimarer Republik (1919-1933) liegen hier eng zusammen, das „Haus der Weimarer Republik“ und die KZ Gedenkstätte Buchenwald, die Ihr beide besuchen werdet, zeugen davon.PRAGDie Route führt Euch weiter nach Prag. Die tschechische Hauptstadt bietet viele Anknüpfungspunkte zu den Themen Okkupation, Widerstand und Befreiung. In Lidice bei Prag beschäftigt Ihr Euch mit dem Massaker in diesem Dorf, das als Racheaktion der Nationalsozialisten für die Ermordung Reinhard Heydrichs 1942 vollständig zerstört wurde. Heydrich war amtierender „Reichsprotektor von Böhmen und Mähren“ sowie als Leiter des Reichssicherheitshauptamtes einer der Hauptverantwortlichen für den Holocaust. Er wurde von tschechischen Widerstandskämpfern bei einem Anschlag tödlich verletzt.Neben dieser Auseinandersetzung mit den Schrecken des Nationalsozialismus erkundet Ihr zusammen mit jungen Tschechinnen und Tschechen die wechselvolle Geschichte Prags mit anschließendem Besuch des Museums des Kommunismus. Auch für einen Blick auf die Schönheiten der Stadt bleibt Zeit.MÜNCHENPrag hinter Euch lassend führt die Route zurück nach Deutschland. In München stellt Ihr Euch den Fragen: Woher kommen der Nationalsozialismus und seine Ideologie? Wie kam Hitler an die Macht? Was führte zu Ausgrenzung, Krieg und Vernichtung? Kann man aus der Katastrophe des Nationalsozialismus lernen? Man kann den Opfern der Kriege nicht ihr Leben zurückgeben, aber ihre Biografie. Auf dem Waldfriedhof in München liegen nicht einfach tote Soldaten, sondern Menschen, die ein Leben hatten und in diesem Leben vieles vorhatten. Ihr werdet Euch einzelne Biografien genauer anschauen können.Abends bleibt genug Zeit, diesen Fragen nochmal in entspannter Atmosphäre bei einem gemeinsamen Abendessen mit jungen Menschen aus München nachzugehen.SCHENGENDiese Frage leitet Euch den Weg zur nächsten Station in Schengen, einem kleinen Ort in Luxemburg. Hier wurde das Schengener Übereinkommen geschlossen, das innerhalb der EU weitgehend kontrollfreies Reisen ermöglicht. Der Besuch des Europäischen Museums zusammen mit der Beschäftigung mit der europäischen Idee runden die Route ab, bevor Ihr Euch für einen Abschlussworkshop in die Jugendbegegnungsstätte in Niederbronn-les-Bains begebt.Urheber: Axel Kirch BODENSEEAm Ufer des Bodensees wird ein Blick auf Zwangsarbeit und die Rüstungsindustrie während des Zweiten Weltkrieges geworfen. Friedrichshafen als Zentrum für Rüstungsindustrie war verstärkt von Luftangriffen betroffen, sodass 1944 zur Verlagerung der Industrieanlagen der Bau des Goldbacher Stollens in Überlingen beschlossen wurde. Zwischen Juni 1944 und April 1945 wurden KZ-Insassen des Außenlagers Überlingen-Aufkirch für die Bauarbeiten eingesetzt. Vor Ort werdet ihr einen Eindruck von den Arbeitsbedingungen dieser Menschen erhalten.VERDUNDer Stellungskrieg im Ersten Weltkrieg im Elsass wird in Verdun nochmal mit aller Macht deutlich. Die Grabfelder und das Memorial de Verdun führen zu den Fragen: Was ist Krieg? Was haben die Kriege der Vergangenheit mit uns und mit Europa zu tun? Wie stellen wir sicher, dass so etwas nie wieder geschieht?Urheber: Jean-Pol GrandmontHARTMANNSWILLERKOPFWie sinnlos das Völkerschlachten tatsächlich war, wird am Hartmannswillerkopf in Frankreich deutlich. Er wird auch „Menschenfresserberg“ genannt, denn in Stellungskämpfen rund um den Berg starben im Ersten Weltkrieg rund 30.000 französische und deutsche Soldaten. 2017 weihten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Staatspräsident Emmanuel Macron ein gemeinsames deutsch-französisches Museum zum Gedenken an die Gefechte und ihre Opfer ein.Urheber: Dornenwolf auf FlickrNIEDERBRONN-LES-BAINSIn Niederbronn-les-Bains habt Ihr noch einmal viel Zeit, in der Gruppe über alles Gesehene und Erlebte zu reflektieren und Euch auszutauschen.Urheber: Patrick Nouhailler

Die Grüne Route führt Euch also durch ein wechselvolles Jahrhundert europäischer Geschichte. Wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft gestalten. Außerdem lernt Ihr verschiedene nationale Narrative kennen und habt eine spannende Zeit mit jungen Menschen aus vielen Ländern.

Wenn ihr Lust habt, an dieser Route teilzunehmen, dann meldet Euch hier an!

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